Gedenkorte für die Opfer der NS-Zeit in Frankfurt am Main (Auswahl)
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Ehemaliges Gesundheitsamt in der Braubachstraße: Gedenktafel für Sinti und Roma

© Institut für Stadtgeschichte

Die im Januar 2000 an der Fassade des ehemaligen Gesundheitsamts in der Braubachstraße 18-22 angebrachte und von Uwe Risch gestaltete Bronztafel erinnert an das Verschweigen und Nichtverfolgen von NS-Verbrechen an den Frankfurter Sinti und Roma. Voraussetzung für spätere Internierungen und Deportationen in Konzentrationlager war eine reichsweit durchgeführte rassistische Klassifikationsaktion. Zwei dafür Verantwortliche waren Robert Ritter und Eva Justin Leiter der und Mitarbeiterin in der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ des Reichsgesundheitsamts. Beide haben nach 1945 zum Teil in prominenter Position im Gesundheitsamt gearbeitet, juristische Untersuchungen führten zu keinen Verurteilungen. Eva Justin war 1964 vorübergehend sogar mit der sozialdienstlichen Erfassung u.a. von Sinti und Roma auf dem Bonameser Lagerplatz befasst.
Das städtische Gesundheitsamt war in der NS-Zeit von Amts wegen in die aus rassistischen Motiven mit „Erbbiologie“ begründete Gesundheitspolitik einbezogen, deren verbrecherische Praxis Sterilisationen und Euthanasie einschloss.

Die Verfolgung der Sinti und Roma

Ausführlichere Informationen:
frankfurt1933-1945.de … Nachkriegskarrieren von Ritter und Justin